Das Ohr


Vorsorge

Eine Schwerhörigkeit kommt langsam und ist anfangs unauffällig. Da Sie nicht mit Schmerzen verbunden ist, nimmt man die Bedeutung oft nicht ernst.
Doch die Folgen einer Schwerhörigkeit können gravierend sein: Kommunikationsprobleme, Missverständnisse und Unsicherheit, Einschränkungen der beruflichen Leistungsfähigkeit, Isolation!

Reagieren Sie früh genug!

Regelmäßige Hörtests - schnell und kostenlos - decken Hörverschlechterung rechtzeitig auf.

Auf Wunsch speichern wir Ihre Hördaten, um Veränderungen festzustellen.

Tipps für Angehörige

  • Sprechen Sie deutlich und in natürlicher Lautstärke! Es ist zwar gut gemeint, aber mit einem Schwerhörigen extra laut zu sprechen ist falsch und für den Hörgeräteträger oft sehr unangenehm.
  • Suchen Sie Nähe! Eine kurze Sprechdistanz ist eine sehr wirkungsvolle Kommunikationshilfe für Hörgeräteträger.
  • Schauen Sie sich an! Wenden Sie Ihrem Gesprächspartner das Gesicht zu, da er aus Minenspiel und Lippenbewegungen wichtige Informationen ziehen kann.
  • Wecken Sie Aufmerksamkeit! Wenn Sie mit einem Schwerhörigen sprechen möchten, geben Sie ihm frühzeitig Gelegenheit, sich auf Sie zu konzentrieren.
  • Beachten Sie die Umgebung! Gespräche vor einer großen Geräuschkulisse (laute Musik, Staubsauger, Straßenverkehr) sind extrem schwierig. Versuchen Sie die Nebengeräusche zu minimieren.
  • Haben Sie Geduld! Hören und Verstehen erfordern viel Konzentration. Gerade in der Lernphase ist die Kraft schnell erschöpft. Unterstützen Sie einen Hörgeräteträger und ermutigen Sie ihn. Nehmen Sie Fortschritte zur Kenntnis und versuchen Sie den eigenen Lern-, Gewöhnungs- und Gesprächsrythmus zu akzeptieren.

Das Ohr wird in drei Abschnitte unterteilt: Äußeres Ohr, Mittelohr, Innenohr.

Im äußeren Ohr wird der Schall mit der Ohrmuschel aufgefangen und durch den äußeren Gehörgang zum Mittelohr geleitet. Das Trommelfell wird vom Schall in Schwingungen versetzt, die über die Gehörknöchelchenkette - Hammer, Amboß, Steigbügel - am ovalen Fenster zum Innenohr weitergegeben werden. Dabei wird der Schall in der flüssigkeitsgefüllten Schnecke in eine Wasserwelle umgewandelt und der luftgetragene Schall in einen Körperschall umgewandelt (Impedanzwandlung) und um das Dreißigfache verstärkt.

Die Ohrtrompete (Eustach'sche Röhre) dient zum Druckausgleich zwischen dem Druck im Mittelohr und dem äußeren Luftdruck. Dieser Druckausgleich ist notwendig, um die Schwingungsfähigkeit des Trommelfells zu erhalten. Der Ausgleich geschieht aktiv z.B. durch Schlucken oder Gähnen.

Während das Außen - und das Mittelohr der Schallzuführung dient, wird die Wandlung des Schalls in Nervensignale im Innenohr erzeugt. Das Innenohr besteht im wesentlichen aus den Bogengängen des Gleichgewichtsorgans und der Schnecke (Cochlea), die mit einer Flüssigkeit gefüllt sind. Der Schneckengang wird vom ductus cochlearis (scala media) in zwei Gänge unterteilt: In die scala vestibuli, beginnend am ovalen Fenster und die scala tympani, endend am runden Fenster. In der Schneckenspitze stehen beide in Verbindung miteinander.

In der scala media liegt das Cortische Organ, in dem der Schalleindruck nach Lautstärke und Frequenz analysiert wird. Hohe Töne werden an der Schneckenbasis, tiefe in der Schneckenspitze in elektronische Signale umgewandelt, die über den Hörnerv dem Hörzentrum im Gehirn zugeleitet werden und erst dort die Schallempfindung auslösen. Das runde Fenster dient zum Druckausgleich im Innenohr und zur starken Dämpfung des Schalls.

Eine wesentliche Rolle für das Richtungshören spielen die Ohrmuscheln und die Kopfschattenwirkung; denn nur durch die Laufzeitdifferenz des Schalls zwischen beiden Ohren, läßt sich die Richtung einer Schallquelle nicht feststellen. Durch die Form der Ohrmuscheln und die Kopfschattenwirkung werden Schallsignale in ihrer Frequenz und in ihrer Lautstärke so verändert, dass die Richtung einer Schallquelle angegeben werden kann.

Hörstörungen können ihre Ursache in allen drei Teilen des Ohres haben. Das äußere und das Mittelohr sind für operative Eingriffe zugänglich. Hörstörungen im Innenohr lassen sich manchmal medikamentös behandeln. In vielen Fällen ist die Versorgung mit Hörgeräten die einzige Möglichkeit, die negativen Auswirkungen einer Hörstörung zu mildern. Durch neue operative und technische Möglichkeiten finden bei ertaubten Personen zunehmend cochleäre Implantate Verwendung.